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Eddie rechnet: IMO 1985 Aufgabe A3

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Eddie denkt über die Aufgabe A3 der IMO 85 nach

Joutsa, 4. Juli 1985

Ich grinse, als ich das Wort “Polynom” sehe. Das ist wie ein alter Bekannter. Ich fühle mich wach, schnell, fast übermütig – als könnte ich mit einem Blick erkennen, wo der Trick liegt.

Die Aufgabe ist eigentlich eine Frage nach “gerade oder ungerade”, aber versteckt in einer ganzen Familie von Ausdrücken. Stell dir vor, du hast Rechenausdrücke, die aus vielen Zahlen bestehen, die an verschiedene “Stellen” gehören. Manche dieser Zahlen sind gerade, manche ungerade. Jetzt nimmst du ein paar ganz besondere Ausdrücke, die alle nach dem gleichen Bauplan entstehen (so wie beim Aufklappen von Klammern), und addierst sie.

Was soll passieren? Du sollst beweisen, dass beim Addieren etwas nicht “weggezaubert” werden kann: Die Anzahl der ungeraden Zahlen in dieser Liste wird nicht kleiner, als sie am Anfang schon war.

Hier übersetze ich das in Bilder im Kopf: Muster, Schichten, und warum sich “ungerade” nicht so leicht verstecken lässt.

Teil 1 — Aufgabenstellung

Für ein Polynom mit ganzzahligen Koeffizienten bezeichne die Anzahl der ungeraden Koeffizienten. Für sei .

Zu zeigen ist: Für ganze Zahlen gilt

In Worten: Wenn wir mehrere dieser Polynome addieren, hat die Summe mindestens so viele ungerade Koeffizienten wie schon der erste Summand allein.

Teil 2 — Kernidee (nur „ungerade/gerade“ zählt)

Wir interessieren uns nur dafür, ob ein Koeffizient ungerade oder gerade ist. Dafür reicht es, alles modulo 2 zu betrachten.

  • ungerade
  • gerade

Beim Addieren gilt modulo 2: , . Das ist ein „entweder-oder“: Der Koeffizient der Summe ist genau dann ungerade, wenn genau einer der beiden Koeffizienten ungerade ist.

Sierpinski-Muster aus dem Pascalschen Dreieck modulo 2

Ein Bild, das man kennen darf: Pascalsches Dreieck modulo 2

Die Binomialkoeffizienten erfüllen:

Modulo 2 heißt das: Ein Eintrag ist ungerade genau dann, wenn die beiden darüber verschiedene Parität haben. So entsteht ein auffälliges dreieckiges Muster (man sieht es gut, wenn man das Pascalsche Dreieck nur nach ungerade/gerade färbt).

Zwei Rechenregeln für

Lemma 1 (Verdoppeln):

Warum? und .

Lemma 2 (Verdoppeln + 1):

Damit kann man ohne Spezialwissen bestimmen

Schreibe in Binärdarstellung und sei die Anzahl der Einsen. Dann gilt:

  • Aus Lemma 1 folgt : Bei bleiben nur Lücken in den Exponenten, die Anzahl ungerader Koeffizienten bleibt gleich.
  • Aus Lemma 2 folgt : Multiplikation mit kopiert jeden ungeraden Koeffizienten einmal nach links und einmal nach rechts; hier überlappen sich die Kopien nicht, weil nur gerade Exponenten hat und nur ungerade Exponenten.

Liest man binär von links nach rechts, bedeutet jede 0: Anzahl bleibt, jede 1: Anzahl verdoppelt sich. Also wird genau -mal verdoppelt.

Teil 3 — Beweisidee (Induktion mit einem „2er-Fenster“)

Wir beweisen die Aussage per Induktion über den größten Exponenten .

Schritt 1 — Spezialfall: ist eine Zweierpotenz

Sei . Dann gilt modulo 2:

Wenn nur Potenzen enthält (also ), dann:

Grund: und liegen in verschiedenen Exponentenbereichen und können sich nicht gegenseitig auslöschen.

Schritt 2 — Induktionsschritt: wähle ein Fenster

Wähle eine Zweierpotenz mit (z.B. die größte Zweierpotenz, die nicht größer als ist). Dann liegen alle Exponenten entweder unter oder in .

Fall A —

Setze . Dann ist und

Damit folgt:

Also reduziert sich alles auf , wieder mit dem Faktor 2 aus zwei nicht überlappenden Exponentenbereichen, und das ist die Induktionsannahme.

Fall B —

Splitte:

Dann:

Mit gilt:

Damit kann man direkt zählen:

Außerdem gilt : Betrachte einen Exponenten mit Koeffizienten in und in . Modulo 2 gilt . Ist ungerade, dann ist mindestens einer der beiden Koeffizienten in oder ungerade; daher deckt alle ungeraden Koeffizienten von ab. Damit:

Also insgesamt:

letzte Änderung: 2.3.2026, 10:15:14

Spielplatz: Odd-Koeffizienten zählen

Gib Exponenten ein (aufsteigend). Der Rechner bestimmt und und prüft die Ungleichung.

Eingabeformat: ganze Zahlen zwischen 0 und 256, z.B. 1, 3, 4, 7. Duplikate und unsortierte Eingaben werden automatisch bereinigt.

Exponenten:1, 3, 4, 7
2er-Fenster: mit

Paritätstabellen & Beweisspur

Paritätsdaten pro Summand
SummandBinäro(Qi)Ungerade Grade r in Qi
Q1120, 1
Q31140, 1, 2, 3
Q410020, 4
Q711180, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
Ungerade Grade in der Gesamtsumme
1, 5, 6, 7
Beweisspur für dieses Beispiel
Fall mit Split bei r=1: A-Exponenten 1, 3, B-Exponenten (reduziert) 0, 3.
o(A+B) + o(B) = 1 + 3 = 4 ≥ o(A) = 2.
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