Eddie feiert ihren fx-7000GStockholm, 23. Oktober 1985
Ich sitze noch mit Herzklopfen am Tisch, als hätte ich gerade einen Alarm ausgelöst. Erst schreit er mich an, ich wolle den Rechner klauen und im nächsten Moment starrt er auf seine Zahlen, als wären sie ihm eben erst aufgefallen. Ich zeige nur auf die Stelle, wo er sich doppelt verrechnet. Ein paar Sekunden Tastenklappern, dann dieser Blick: kalt, schwer, erwischt.
Und dann schiebt er ihn mir rüber. Einfach so. Casio fx-7000G. Wie neu. Als Geschenk. Ein kleines Wunder, das in eine Jackentasche passt. Ich spüre das Kribbeln bis in die Fingerspitzen, als würde mein Gehirn endlich was zu beißen bekommen. Matrixdisplay, Tasten wie kleine Versprechen, und programmierbar: Basic, wie Karis Heimcomputer, nur eben auf Handflächengröße.
Bevor ich wieder an Flucht, Angst und graue Männer denken kann, halte ich dieses Ding fest wie einen Schatz. Und genau hier schalten wir kurz um: Weg von der Szene, hin zum Werkzeug.
Unten zeige ich dir, was der fx-7000G wirklich kann, vor allem beim Programmieren. Es gibt sogar eine Simulation, in der du selbst tippen, testen und rumspinnen kannst.
Teil 1 - Warum der fx-7000G spannend ist
Stell dir 1985 vor: Du bist ein Kind in der DDR, Computer kennst du nur aus der Ferne, aus Erzaehlungen, vielleicht aus einer Zeitschrift. Und plötzlich liegt da etwas in der Hand, das man programmieren kann: der Casio fx-7000G.
Auch im Westen war das ein Meilenstein: ein früher grafikfähiger Rechner für die Tasche, der BASIC und Grafik zusammenbrachte. Nicht nur rechnen, sondern denken in Schritten: Problem zerlegen, Variablen setzen, prüfen, verbessern.
Die Daten waren für die Zeit stark: Matrix-Display mit 96x64 Pixel, 78 Zahlenspeicher, 422 Zeichen Programmspeicher. Und der Preis von etwa 300 DM (kaufkraftbereinigt, heute etwa 330 €) war für diese Funktionsfülle erstaunlich niedrig.
Teil 2 - Eddie-Workflow auf dem Rechner
Wenn ich mit dem fx-7000G arbeite, nutze ich immer denselben Ablauf:
- Frage klären: Was soll am Ende rauskommen?
- Daten setzen: Werte in Variablen speichern.
- Regel bauen: Formeln oder kleine BASIC-Schleifen definieren.
- Testen: Mit einfachen Zahlen starten, dann variieren.
So wird aus „rumprobieren“ ein reproduzierbarer Rechenweg.
Teil 3 - BASIC in 6 Zeilen
Das hier ist ein Mini-Muster: Eingabe lesen, Quadrat und Wurzel ausgeben. Genau dieses Schema steckt in vielen Schul- und Olympia-Helfern.
Merksatz: Erst kleine, sichere Bausteine. Dann erst große Programme.
Teil 4 - Eddie-Spickzettel
RUNfür direkte Rechnungen nutzen.- Bei mehreren Schritten in
BASICwechseln. - Mit kleinen Testwerten prüfen, dann erst „echte“ Daten einsetzen.
- Bei Chaos:
Reset, dann sauber neu aufsetzen.
| Muster | Rechenidee | Eddie-Satz |
|---|---|---|
| Eingabe -> Ergebnis | ?->A | Formel(A) | Wenn der Weg kurz ist, bleibt der Kopf ruhig. |
| Wiederholung | For ... Next | Alles, was sich wiederholt, gehört in eine Schleife. |
| Fallunterscheidung | If ... Then | Jeder Ast braucht eine klare Bedingung. |
| Anzeige | Locate col,row,text | Gute Ausgaben sparen Debug-Zeit. |
Interaktiv: fx-7000G ausprobieren
Leider darf ich nicht den echten fx-700G zeigen. Casio hält eifersüchtig am Copyright fest. Daher habe ich hier nur die Programmierfähigkeit des fx-7000G und die grundlegenden Funktionen simuliert.
INPUT Werte kannst du dann über die Zifferntasten + EXE eingeben. FX